Bezirk DITHMARSCHEN
       
 

Bezirksleitung
Gunda Köster
Heistedter Str. 11
25746 Heide
Telefon 048 1 - 856 25 30
g.koester@versanet.de

Stellvertreter
Sebastian Hilmes
Bürgermeister-Sprengel-Str. 7
25704 Nindorf
Telefon 048 32 – 53 36
shilmes@gmx.de

Aktuelles: http://www.di.nepm.de

 

Zuständiger Landesposaunenwart: Werner Petersen

Der Bezirk entspricht dem Kirchenkreis und Landkreis Dithmarschen.

Die Information der Bläser über Bezirksaktivitäten, Einladung zu Fortbildungen, Sitzungen und Einsätzen erfolgt
- per Post an die Chorleiter ohne E-Mail-Anschluss
- per E-Mail an alle anderen Chorleiter und Chorvertreter
Die Chorleiter sollten die Informationen dann an die Bläser weiterleiten.
- Außerdem werden per E-Mail alle Bläser/innen informiert, die sich in den BezirksInfo-Verteiler haben aufnehmen lassen. Das sind inzwischen etwa 60 Personen.
Seit kurzem steht auch die Internetseite www.di.nepm.de für Aktuelles zur Verfügung. Dort erscheint vor allem, was über Dithmarschen hinaus von Interesse ist.

GLIEDERUNG des weiteren Textes

1. Posaunenmission Hamburg - Schleswig-Holstein – Der Bezirk Dithmarschen
1.1. Gemeinsame Bezirksaktivitäten
1.1.1. Bezirksproben
1.1.2. Neulandhallenfreizeit
1.1.3. Dithmarscher Fahrten und Konzerte
1.1.3.1. Helgoland
1.1.3.2. Festlandskonzert
1.1.3.3. Sonstige Fahrten
1.2. Nordelbischer Posaunentag 8.-10. September 2006
2. Die aktiven Posaunenchöre in Dithmarschen
3. Ziele 1998 / Profil 2003 / Vergleich 2007
4. Allgemeine Informationen und Texte
4.1. Posaunenmission – ein „altmodischer“ Begriff?
4.2. Was leisten Posaunenchöre?
4.3. Welche Instrumente kann man im Posaunenchor lernen?
4.4. Wie werde ich Posaunenchorbläser/in?
4.5. Posaunenchor und Kirchenmusik / typische Chorleiter/innen
4.6. Die Musik der Posaunenchöre
4.7. Kleiner Bläserknigge (Satire)


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1. Die Posaunenmission Hamburg - Schleswig-Holstein - Bezirk Dithmarschen nach oben

Die Posaunenwerke in Deutschland sind im Evangelischen Posaunendienst in Deutschland e.V.(epid) organisiert. E-Mail: ev.posaunendienst@t-online.de oder: info@epid.de.

Die Dithmarscher Posaunenchöre, die Mitglied der Nordelbischen Posaunenmission sind, bilden den Bezirk Dithmarschen. Sie werden vom Landesposaunenwart für die nördliche Bezirke, Werner Petersen, Kiel, betreut.

Die Bezirksleitung ist Ansprechpartner für Bläser, Chorleiter, Gemeinden, Pastoren, Pröpste und Kirchenkreisvorstände, und für andere Dienste und Werke in allen Bläserfragen, besonders in solchen, die nicht nur einzelne Chöre betreffen. Sie wird von den Chorleitern oder deren Stellvertretern im Bezirksposaunenrat gewählt, leitet dessen Sitzungen und koordiniert Proben, Posaunenchoreinsätze und Informationen für die Bläser im Bezirk.

Außerdem soll sich die Bezirksleitung werbend, anregend, helfend usw. um die Weiterentwicklung der Bläserei im Bezirk bemühen.

Unsere Ziele im Bezirk haben wir 1998 für das Profil 2003 formuliert. Haben wir einige der Ziele erreicht? Das zeigt ein
Vergleich mit den Fakten 2007. (Siehe unten, Kapitel 3)

1.1. Gemeinsame Bezirksaktivitäten nach oben

Die Chorvertreterversammlung, wie sie in der Satzung der Posaunenmission Hamburg - Schleswig-Holstein vorgesehen ist, findet normalerweise
einmal jährlich, meist im Spätherbst, statt.
Sie gibt allen Chören die Chance, bei der Planung aller Vorhaben mitzuwirken.

1.1.1. Drei bis vier Bezirksproben
nach oben

in der Regel unter Leitung des LPW von Februar bis September dienen der Erarbeitung des Jahresrepertoires.

> Fotos von zwei besonderen Bezirksproben im April 2006 in Büsum und im April 2007 in Süderhastedt gibt es hier.

1.1.2. Neulandhallenfreizeit (bis 2010) nach oben

In den Osterferien - Fünf Tage Bläserfreizeit für etwa 50 Dithmarscher Jugendliche (9-16 Jahre) in der Neulandhalle (in der Gemeinde Friedrichskoog, Süderdithmarschen) - zusammen mit Jugendlichen aus dem Bezirk Kiel.

> Mehr zur Neulandhallenfreizeit gibt es hier.

Da das Freizeitheim Neulandhalle leider schließen musste, findet diese Bläserfreizeit ab 2011 im nahezu selben Format in einem anderen Freizeitheim statt, seit 2011 in der Jugendherberge Heide. Anmeldungen und Informationen über die Bezirksleitung.

1.1.3. Fahrten und Konzerte nach oben
1.1.3.1. Die Helgolandfahrt
nach oben

der Bezirksbläser - das sind alle Bläser/innen, die auch bei den Bezirksproben des Jahres waren –
am ersten oder zweiten Septemberwochenende. Auf dieser Fahrt wird mindestens fünfmal geblasen. Höhepunkt ist das "Konzert" am Samstagabend mit jährlich neuem Programm, aber auch auf dem Schiff, vor und im Sonntagsgottesdienst und am Krankenhaus spielen wir. Das Konzertprogramm wird ein bis zwei Wochen später noch einmal beim "Festlandskonzert" gespielt. Das wird jährlich wechselnd an Dithmarscher Gemeinden mit Posaunenchor vergeben.

> Mehr zur Helgolandfahrt gibt es hier.

1.1.3.2. Das Festlandskonzert nach oben

findet in einer Dithmarscher Kirche ein bis zwei Wochenenden nach der Helgolandfahrt statt.

> Wo fanden die letzten Festlandskonzerte statt?

1.1.3.3. Sonstige Fahrten nach oben

Letzte gemeinsame Fahrt
2009 zum Kirchentag in Bremen 25 Bläser

Nächste geplante Fahrt
2010 Nordelbischer Posaunentag in Angeln

1.2. Nordelbischer Posaunentag 8.-10. September 2006 nach oben

Alle vier Jahre treffen sich die Posaunenchorbläser beim Nordelbischen Posaunentag, 2006 wegen der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land nicht im Juni, sondern im September.
2006 war der Kirchenkreis Norderdithmarschen Gastgeber für 800 von insgesamt 3000 nordelbischen Bläsern.

Am Sonntag fanden Gottesdienste in 24 Gemeinden in ganz Dithmarschen statt. Dank guter Vorbereitung, viel gutem Willen auf allen Seiten und dank drei Tagen wundervollen Wetters war es ein rundum
beglückendes Ereignis.


Begeisterte Stimmung und Bläsergruß am Ende des Abschlussblasens am Museumshafen in Büsum.
Propst Engler (rotes Hemd) hatte das Grußwort des verhinderten Bischofs Dr. Knuth übermittelt.

> Mehr zum Nordelbischen Posaunentag: Ein Text von Werner Petersen und ein paar Fotos.

2.0. Die aktiven Posaunenchöre in Dithmarschen, alphabetisch nach oben
Aktualisierungsstand: August 2014

PC Adrebanus (Wesselburen, Neuenkirchen, Weddingstedt)
Chorleiter P. i. R. Hans Siebert, Telefon 048 33 – 42 47 79
Bläserkreise in Wesselburen (8) und Weddingstedt (5)
Jungbläserausbildung: ja

PC Brunsbüttel
Chorleiterin Kantorin Ágnes Farkas, Telefon 04852 - 940 74 09
Mail: musik@kirche-brunsbuettel.de
Chorprobe dienstags um 19:30-21:00 Uhr
im Gemeindehaus der Pauluskirche
Kautzstraße
Jungbläserausbildung nach Absprache
Weitere Anfänger und Chorbläser sind herzlich willkommen.

PC Büsum
Chorleitung Heike Jühlke, Telefon 04834-965545, hattschi@freenet.de
Bläser/innen:10
Probe Montag 19.45 - 21.15 Uhr im Gemeindehaus der St. Clemens Kirchengemeinde
Jungbläserausbildung: ja
Ausbilderin Roselinde Möller Tel. 04834-2948
www.kirche-buesum.de/Gruppen und Aktivitäten/Posaunenchor

Heider Posaunenchor
Chorleiterin Gunda Köster, Telefon 0481 - 856 25 30, gundakoester@tiscali.de
14 Bläser/innen
Probe Donnerstag 18.00 -19.30 Uhr, Gemeindehaus Erlöserkirche, Berliner Straße 5-7
2014 5 erwachsene Jungbläser/innen
Unterricht nach Vereinbarung

Jungbläserausbilder Bernd Sievers, Telefon 0151 - 15 690 351
Proben donnerstags und freitags im Gemeindehaus der Auferstehungsgemeinde
2014 6 jugendliche Jungbläser/innen
> Mehr zum Heider Posaunenchor gibt es hier.

PC Helgoland
Chorleiter Kantor Gerald Drebes, Telefon 04725 - 640 98 55, gd-dienstlich@t-online.de
5-7 Bläser/innen
Probe Dienstag 18.30 – 19.30 Uhr, Gemeindehaus
2009 Jungbläserausbildung
> Mehr zum Helgoländer Posaunenchor gibt es hier.

PC Lunden, Gegründet 1979
Chorleiter Johann-Wilhelm Söth, Telefon 048 82 – 53 50
Probe Donnerstag 20.00 Uhr, Gemeindehaus
Jungbläserausbildung Hans Seyer, Handy 0160 - 7582 105
Mails an posaunenchor_lunden@yahoo.de (mit Tiefstrich)
> Mehr zum Posaunenchor Lunden gibt es hier.

PC Marne
Chorleiter Kantor und Organist Peter Heeren, p.heeren@posaunenchor-marne.de
etwa 22 Bläser/innen
Probe Montag 18.30 Uhr, Gemeindehaus Österstraße
Jungbläserausbildung: ja

PC Meldorf, gegründet 1910
Chorleiter Sebastian Hilmes, Telefon 048 32 – 53 36, shilmes@gmx.de
25-30 Bläser/innen
Probe Mittwoch 18.15-19.45 Uhr im Gemeindezentrum Meldorf
Jungbläserausbildung Mittwochnachmittag
Mehr unter www.kirche-meldorf.de –> musik -> posaunenchor
> Mehr zum Posaunenchor Meldorf gibt es hier.

PC Neuenkirchen (siehe: PC Adrebanus)

PC Sankt Michaelisdonn
Chorleiter Gerd Michaelis, Telefon 048 32 – 600 804, posaunenblaeser@aol.com
Probe Donnerstag 18.00 im Gemeindehaus
Jungbläserausbildung Gerd Michaelis
und Angelika Kraupner, Telefon 048 53 – 88 00 22
Dienstag- und Mittwochnachmittag

PC Süderhastedt
Chorleiter P. i. R. Volkmar Weide, Telefon 048 25 – 901 231
Ca. 25 Bläser/innen
Probe Freitag 19.00 Uhr im Gemeindehaus Süderhastedt
Umfassende Jungbläserausbildung
Mails an ev.kg-suederhastedt.kksd@kirnet.de (Pastor Sinn)
> Mehr zum Posaunenchor Süderhastedt gibt es hier.

PC Wesselburen (siehe: PC Adrebanus)

3. Ziele 1998/ Profil 2003/ Vergleich 2007 nach oben

Informationen über die Ziele von 1998, das Profil 2003 und die Einschätzung der Realität in 2007 gibt es hier.

4. Allgemeine Informationen und Texte nach oben
4.1. Posaunenmission – ein "altmodischer" Begriff?
nach oben

Die Begriffe "Posaunenchor" und "Posaunenmission" stammen aus dem 19. Jahrhundert, als die evangelische Kirche verschiedene
Wege beschritt, sich der Entkirchlichung der industriellen Gesellschaft durch "innere Mission" entgegenzustemmen.
"Nordelbische Posaunenmission" ist der mit voller Absicht vor 22 Jahren gewählte Name für das Posaunenwerk in Nordelbien, dem
fast alle Posaunenchöre angehören. Gegen einen kleinen Mitgliedsbeitrag kann jeder Chor vor allem die Kompetenz und Angebote der beiden Landesposaunenwarte und auch das Posaunenhaus auf dem Koppelsberg nutzen.
Zum Begriff "Mission" haben viele Menschen – auch gerade in der Kirche engagierte Menschen - heute ein gestörtes Verhältnis; er klingt ihnen nach religiösem Kolonialismus, Fanatismus, erzkonservativen Lutheranern und Pietisten, Fortschrittsfeindlichkeit etc.
Daran stimmt, dass es in den Posaunenchören verhältnismäßig viele Christen gibt, die das Missionsgebot für alle Christen: "Gehet hin und lehret (alle Völker) halten alles, was ich euch befohlen habe", ernst nehmen. Das tun sie, so gut sie können. Missionsarbeit leisten heute alle Posaunenchorbläser auf vielen Ebenen. Deswegen ist es wichtig, gerade jüngere Pastoren für die regelmäßige Bläserarbeit zu gewinnen. Wenn sie einigermaßen musikalisch gebildet sind, sich im Posaunenwerk fortbilden und mit kirchenfreundlichen Menschen arbeiten mögen, wären sie wegen ihrer Bildung und ihres Amtes eigentlich die idealen Chorleiter oder fördernde Bläser in ihrem Chor.

4.2. Was leisten Posaunenchöre? nach oben

Posaunenchöre sind Gemeindegruppen. Sie haben äußere und innere Aufgaben.

  1. Nach außen, in die Gemeinde hinein und darüber hinaus, verkünden die Posaunenchöre Gottes Wort durch die Musik: im Gottesdienst, vom Kirchturm, im Altenheim, beim Geburtstagsständchen und bei anderen Gelegenheiten. Außerdem machen sie Werbung für die Kirche und laden zum Mitmachen in der Kirche ein. Das tun sie auch bei Gemeindefesten und Geburtstagsständchen, beim "diakonischen Blasen" in Krankenhaus und Altersheim und bei weltlichen Anlässen außerhalb des Kirchengemeinde: bei Stadt- und Dorffesten, Schul- und Privatfeiern, wenn solche Einsätze anbieten und zur Tradition machen. Die Zahl der Einsätze schwankt von Chor zu Chor. Sie sollte immer den Kräften des Chores angemessen sein.
  2. Nach innen hat die Bläserarbeit drei Aspekte, und zwar den musikalischen, den christlichen und den sozialen Aspekt.
    Im Zeitaufwand steht die musikalische Arbeit weit im Vordergrund. Alle Bläser/innen kommen zum Anfängerunterricht und später
    zur Posaunenchorprobe, weil sie Musik machen wollen. Und dieses Lernen, Wiederholen und Einüben neuer Stücke braucht viel Zeit. Manche Chorleiter bemühen sich sogar nach Kräften, auch bei den "alten" Chorbläsern das Gehör, den Rhythmus, die Blastechnik und den musikalischen Horizont gezielt weiter auszubilden.
    Der christliche Aspekt zeigt sich in den Chören sehr unterschiedlich, und hier im Norden durchschnittlich weniger ausgeprägt
    als z.B. im pietistischen Schwaben. Aber auch bei uns sind die Chormitglieder überwiegend evangelisch-lutherische Gemeindemitglieder, besuchen als Bläser und auch sonst den Gottesdienst, bemühen sich im Chor, Nächstenliebe zu üben, stellen die Lieder des EG in den Mittelpunkt ihrer Musik und viele Chöre beginnen oder beenden die Probe mit einer Kurzandacht.
    Die erwachsenen Anfänger und Bläser haben meistens schon eine positive Einstellung zur evangelisch-lutherischen Kirche und
    sind oft schon engagierte Kantorei- und Gemeindemitglieder. Das ist aber nicht unbedingt erforderlich. Sie können auch über den Posaunenchor wieder den Weg in ihre Gemeinde finden.
    Kinder und Jugendliche, die zu Hause heute in der Regel areligiös aufwachsen, lernen während ihrer Bläserausbildung viele
    Inhalte und Wertvorstellungen der christlichen Lehre kennen. Selbst wenn sie die Bläserausbildung abbrechen oder irgendwann als Bläser aufhören, bleibt der Kirche und den Kindern oft als Gewinn deren positive Einstellung zur Kirche.
    Wenn ein/e geeignete/r Pastor/in im Chor mitmacht – er/sie muss ihn deswegen nicht leiten – fällt es viel leichter, diesem
    christlichen Aspekt klare Konturen zu geben.
    Der sozialen Aspekt ist von Chor zu Chor vielleicht am verschiedensten. Ob die Chormitglieder eine verschworene Gemeinschaft
    bilden, die von der Kindstaufe bis zum Umzug alles gemeinsam macht und auch Konzertbesuche und Wochenendreisen unternimmt, oder ob die Bläser sich nur zum Blasen treffen, kaum miteinander reden und den Rest der Woche anderswo ausgelastet sind, das hängt von der Zusammensetzung der versammelten Charaktere, Temperamente und Altersgruppen ab. Neue Chormitglieder können dieses Gemeinschaftsleben sehr stark beeinflussen.
    Während in den ersten 100 Jahren nur Männer in den Posaunenchören spielten, dürfen seit Ende des II. Weltkrieges in den Posaunenchören auch Mädchen und Frauen mitblasen, die in den Chören inzwischen recht unterschiedliche Anteile stellen, in Dithmarschen über 40%.
    Die ideale Altersstruktur des Posaunenchores umfasst drei Generationen. Damit steht der Posaunenchor als Gemeindegruppe ziemlich einzigartig dar.

4.3. Welche Instrumente kann man im Posaunenchor lernen? nach oben

Seit der Gründung der ersten Posaunenchöre im 19. Jahrhundert haben Instrumentenbauer und Chorleiter ihre Vorstellungen von
einem wohlklingenden Posaunenchor mehrfach verändert.
Heute gibt es in einem "ordentlichen" Posaunenchor nur Blechblasinstrumente mit Trichtermundstück, und zwar meistens sowohl
weit als auch eng mensurierte Instrumente.
Die weit mensurierten: Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton und Tuba klingen wärmer, weicher, gesanglicher.
Die eng mensurierten: Trompete, Tenorposaune und Bassposaune klingen schärfer, klarer und strahlender.
Das Kornett ist ein Mittelding zwischen Trompete und Flügelhorn, kleiner und leichter als beide, und von noch kleinen
Bläser/innen schon gut zu halten.
Das Waldhorn hat zwar auch ein Trichtermundstück, kommt aber seltener im Posaunenchor vor, weil es mehr Begabung und Fleiß
vom Schüler und einen sehr gut ausgebildeten Ausbilder verlangt, damit es irgendwann gut klingt. Auch hat der Waldhornton einen anderen Klangcharakter.
Manche Posaunenchöre verfügen über Pauken und anderes Schlagwerk. Sie bilden aber keine Paukisten aus, sondern ein dafür
geeignetes Chormitglied spielt bei Bedarf die Pauken, z. B. bei festlichen Stücken. Unsere Posaunenchöre sind unterschiedlich gut mit choreigenen Instrumenten ausgestattet. Oft bittet der Chorleiter neue Anfänger, das Instrument zu erlernen, was im Chor als Stimme gerade gebraucht wird. In jedem Chor fehlt es entweder an Hochbläsern (Trompete und Flügelhorn), an Tiefbläsern (Hörner und Posaunen) oder es gibt keinen Tubisten. In Dithmarschen herrschte auf Bezirksebene lange chronischer Tiefbläsermangel. Für Erwachsene zumindest sind diese Instrumente aber eigentlich leichter zu erlernen. Und soo schwer sind auch die großen Instrumente nicht!
Überzeugte Bläser kaufen sich nach einigen Jahren oft ein eigenes Instrument. Das Leihinstrument steht dann wieder für neue Anfänger zur Verfügung.

4.4. Wie werde ich Posaunenchorbläser/in? nach oben

– Für die jugendlichen Anfänger geschrieben
Du liest in der Zeitung von einer Schnupperstunde des Posaunenchores oder hörst in der Schule davon. Oder du gehst in eine Kinderbibelwoche deiner Gemeinde und wirst von einem blasenden Pastor oder dem ebenfalls anwesenden Posaunenchorleiter angesprochen und ihr vereinbart eine Probestunde.
Vielleicht hörst du auch den Posaunenchor deiner Gemeinde im Gottesdienst, beim Gemeindefest, beim Geburtstagsständchen,
magst die Musik und den Klang und fragst dich: "Kann ich das auch lernen?"
Die meisten Menschen können die Blechbläserei erlernen, sobald und solange die zweiten Zähne und der Verstand in Ordnung
sind. Und früher als bei vielen anderen Instrumenten kann man in einer Gruppe mitspielen, die auch häufig auftritt. Die Telefonnummer deines Posaunenchorleiters findest du oben. Wenn es in deiner Gemeinde keinen Posaunenchor gibt, frage deinen Pastor / deine Pastorin / oder die Bezirksleitung der Bläser (Siehe ganz oben).
Wenn du ein bestimmtes Wunschinstrument hast, erkundest du mit dem Ausbilder deines Chores, ob du für das Instrument geeignet
bist. Dazu probiert man einfach das Mundstück unter Anleitung aus. Wer mit dem Trompetenmundstück nicht klarkommt, ist durch seinen Körperbau (Atmung, Zähne, Lippen) wahrscheinlich besser für Posaune oder Tenorhorn geeignet. Viele, gerade junge Menschen könnten aber jedes der Chorinstrumente erlernen.
Dann musst du nur noch das Instrument vom Chorleiter gestellt bekommen, dir Bläserschule und Notenständer kaufen, regelmäßig
üben, am besten täglich mindestens 15 Minuten, und regelmäßig zum Unterricht gehen.
Der Unterricht, einzeln oder in einer Gruppe, ist in den meisten Chören kostenlos, zum Teil wird ein kleiner Betrag erhoben,
der an den Posaunenchor fällt, wenn man die Ausbildung irgendwann abbricht. Verglichen mit den Unterrichtspreisen bei einem professionellen Musiklehrer ist das auf jeden Fall sehr günstig.

Für Erwachsene gilt im Prinzip das gleiche. Meine älteste erfolgreiche Anfängerin war über 65 Jahre alt. Ohne
Durchhaltevermögen und Übefleiß hat es jedoch wenig Sinn anzufangen.


Sie kommen aus Büsum, Wesselburen, Lunden, Heide, Meldorf, Süderhastedt und St. Michaelisdonn. Sie alle waren einmal Jungbläser - jetzt sind sie die Dithmarscher Bläser des Tages. Pressefoto für den Posaunentag 2006 (Hilmes)

4.5. Posaunenchor und Kirchenmusik / typische Chorleiter/innen nach oben

Die Posaunenchorarbeit ist wegen ihrer Wurzeln in der Inneren Mission traditionell und organisatorisch nicht Bestandteil der
Kirchenmusik und ist deshalb auch in einem eigenen kirchlichen Werk organisiert (epid, siehe oben).
Zusammenarbeit ist aber – je nach den personellen Qualifikationen und Sympathien – wünschenswert, möglich und geschieht auch.
Die Posaunenchorleitung war wegen dieses missionarischen Schwerpunktes traditionell keine Kantorenaufgabe, sondern (Musik)-Laienaufgabe, insbesondere oft eine Aufgabe für den Gemeindepastor, weil der Chor gut in der traditionellen pastoralen Gemeindearbeit eingesetzt werden konnte und kann. (Pastoren inzwischen im Ruhestand sind aktive Chorleiter in Süderhastedt und Adrebanus). Wegen der gestiegenen musikalischen Ansprüche der Bläser und Gemeinden und weil viele Kirchenmusiker inzwischen keine Vorurteile gegen Posaunenchöre mehr haben, gelingt es manchmal, Kirchenmusiker/innen als Chorleiter zu gewinnen. Manchmal gehört die Posaunenchorleitung auch schon zur Stellenbeschreibung des Kirchenmusikers. (Marne)
Ehrenamtliche qualifizierte Laien opfern viel Zeit, wenn sie einen aktiven Chor aufbauen und leiten wollen (Heide, Lunden, Meldorf).
Honorarkräfte als Chorleiter (Berufsmusiker verschiedener Herkunft) sind die vierte Möglichkeit. Für das Honorar, das ihnen die Gemeinde zahlt, kann sie meist nicht den Zeitaufwand des Chorleiters verlangen, der für eine umfassende Chorarbeit nötig wäre. (2007 in St. Michaelisdonn)

4.6. Die Musik der Posaunenchöre nach oben

Wer die Fortbildungen der Landesposaunenwarte auf dem Koppelsberg besucht, lernt dort das gesamte Spektrum der heutigen Literatur für Posaunenchöre kennen. Auch auf dem Bezirksproben können die Bläser neues Repertoire kennenlernen. Das klassische Bläserrepertoire (seit Johannes Kuhlo etc.) sind die Gemeindechoräle, dazu Intonationen oder musikalisch
anspruchsvollere Vorspiele, außerdem seit der Gründerzeit der Posaunenchöre Bachchoräle und für Bläser bearbeitete Vokal- und Instrumentalstücke der Renaissance, des Barock und der Romantik.
Traditionelles Repertoire sind außerdem die Volkslieder, heute auch Folk-Songs anderer Völker, die es in klassischen und neueren Sätzen gibt. Sie werden vor allem bei Ständchen, Kurrenden (Freiluftauftritte in der Gemeinde), im Altenheim und Krankenhaus, auf Fahrten und bei sonstigen weltlichen Einsätzen gespielt.
Nach dem II. Weltkrieg sind moderne Kompositionen für Bläser dazugekommen, die wegen ihrer modernen Tonalität bei Durchschnittschören und Durchschnittspublikum wenig Anklang finden.
Mehr Erfolg haben die Sätze der neueren Kirchenlieder (Herr, deine Liebe; Erd und Himmel sollen singen usw.). Über sie und über die Spiritualbearbeitungen, die in unseren aktuellen Notenheften seit etwa 20 Jahren abgedruckt werden, findet der Swing-Rhythmus Eingang in unsere Chöre, sofern der Chorleiter ihn versteht und mag und sofern die Bläser willens und in der Lage sind, ihn zu lernen.
Außerdem gibt es inzwischen auch Rock- und Pop-Arrangements von Chorälen und freien Stücken in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.
Qualität? Jedes schlichte Lied und Stück kann von einem Posaunenchor gut oder schlecht, sauber oder unsauber, präzise und flott oder aber tranig dargeboten werden. Das gilt ja auch für die Beiträge aller anderen Akteure im Gottesdienst und bei anderen Angeboten der Kirche.
Unser Wunsch und Ziel ist es, dass unsere Kirche - besonders im Gottesdienst – immer öfter eine Freude für Herz, Verstand, Augen, Ohren und Geschmack werde - auch für die Bläser -, sodass Kirche insgesamt für viele attraktiver wird.

4. 7. Kleiner Bläserknigge - oder - Wie mache ich mich in meinem Chor und bei jedem
Chorleiter (un)beliebt?
nach oben
Satire! - geschrieben etwa 2001, nach leidvoller Erfahrung

Ich bin Individualist. Also unterwerfe ich mich keiner Chordisziplin. Ich komme gern später zur Probe und gehe dafür früher,
beides möglichst wortreich und geräuschvoll.

Ein Vorbild für die jungen Bläser in Körperhaltung und Umgangsformen möchte ich keinesfalls sein. Also halte ich das
Instrument lässig wie etwa eine Bierflasche, sitze verklemmt, verdreht oder eingesunken, duze alle anderen Bläser, ob sie das wollen oder nicht, und kritisiere meinen schwachen, falsch blasenden Nachbarn unverblümt. Wenn der zu sensibel dafür ist: Das ist ja nun sein Problem!

Zur Probe bringe ich auf keinen Fall meinen Terminkalender oder einen Bleistift mit. Ich möchte es meinem Chorleiter nicht zu
leicht machen, Termine endgültig zu klären, und ich möchte keine Hinweise zur Spielweise in die schönen neuen Noten eintragen müssen. Ich bin ein "akustischer Typ". deshalb lasse ich mir die Anweisungen lieber immer wieder sagen.

Mein Chorleiter ist nicht mein Chef und das soll er auch zu fühlen bekommen! Also soll er ruhig warten, bis ich ihm wieder
bei seinen ewigen Anweisungen und Erklärungen zuhören möchte. Die anderen können sich in der Zeit ja auch ruhig unterhalten!

Notenständer und Noten
sind sperrig und schwer. Die lasse ich auch gern zu Hause, vor allem, wenn es ans Schleppen geht (Helgoland, Landesposaunentag, Kirchentag, ...). Ich kann ja beim Nachbarn mit "rausgucken", der sich durch seine Zuverlässigkeit profilieren will.

Ich bin spontan und betone meine Wichtigkeit. Also sage ich möglichst nicht vorher zu, ob ich zu einem Choreinsatz erscheinen werde. Sollen die anderen, die nichts Besseres vorhaben, doch zittern!

Ich denke demokratisch, vereinfache den übliche Ablauf (Anfragen an den Chorleiter), nehme Anfragen für Chorauftritte an und sage auch gleich zu. Das wird Chorleiter und Bläser schon nötigen, mitzumachen.

Wenn mir etwas nicht passt, sage ich es besonders gern vor den und während der Chorauftritte, damit sich auch ja keiner zu sicher fühlt. Dann endlich werde ich als Individuum wahrgenommen und nicht "nur" als Gruppenteil.

Ich selbst mache gern Musik und werde gern als Neuer freudig begrüßt. Also blase ich gelegentlich in mehreren anderen Chören mit, die so gute Leute wie mich suchen, mache ihnen aber möglichst bald klar, dass ich nicht beabsichtige, den Chor zuverlässig zu stärken.

Auch wenn meine Chorbrüder und Schwestern finden, dass ich noch viel zu lernen habe, bin ich doch eigentlich zum Solisten berufen. Wenn ich also im Chor keine Gelegenheit zum Solospiel bekomme, dränge ich mein Solospiel anderen auf - und lasse mich von keiner Kritik beirren.

 

Quellennachweis:
Text, sofern nicht anders angegeben: Gunda Köster
Fotos und Grafiken (nach Häufigkeit): Sönke Grunau (seit 2002), Daniel Rau, Sebastian Hilmes, Roland Schafitel (Posaunentag
2006)
Gestaltung: Sönke Grunau
Wegen der Berichtigung inhaltlicher Fehler oder Aktualisierungen wenden Sie sich bitte an die Autorin.